Trauriges.......Achtung Taschentücher bereit stellen, ihr werdet sie brauchen..........ganz sicher

 

 

 

 

10 Bitten eines Hundes an den Menschen

1. Mein Leben dauert 10 bis 15 Jahre. Jede Trennung von Dir wird für mich Leiden bedeuten. Bedenke es, ehe Du mich anschaffst.

2. Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst.

3. Pflanze Vertrauen in mich - ich lebe davon.

4. Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast Deine Arbeit, Dein Vergnügen und Deine Freunde - ich habe nur Dich

5. Sprich manchmal mit mir. Wenn ich auch Deine Worte nicht verstehe, so doch die Stimme, die sich an mich wendet.

6. Wisse, wie immer an mir gehandelt wird - ich vergesse es nie.

7. Bedenke, ehe Du mich schlägst, daß meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchel Deiner Hand zerquetschen könnten, daß ich aber keinen Gebrauch von ihnen mache.

8. Ehe Du mich bei der Arbeit "unwillig" schiltst, "bockig" oder "faul", bedenke : vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder habe ich ein verbrauchtes Herz.

9. Kümmere Dich um mich, wenn ich alt werde - auch Du wirst einmal alt sein.

10. Gehe jeden schweren Gang mit mir. Sage nie: "Ich kann so was nicht sehen" oder "es soll in meiner Abwesenheit geschehen". Alles ist leichter für mich mit Dir.

 

 

 

 

Die Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen Farben
nennt man sie die Brücke des Regenbogens. Auf dieser Seite der Brücke liegt
ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken,
und es ist warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.
Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen,
die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen!

Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.
Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder,
und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und ihr werdet nie wieder getrennt sein.

 

 

 

 

Wie konntest Du nur?

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".

Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?"

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt.
Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen !


© Jim Willis 2001, tiergarten@onebox.com, Homepage
(Übersetzt aus dem Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin-Willis)

Wir möchten Sie dazu ermutigen, "Wie konntest Du nur?" zu veröffentlichen und so mitzuhelfen, die verbreitete Vorstellung von Tieren als "entsorgbar" zu ändern und vor Augen zu halten, dass der Entschluss, ein Tier in eine Familie aufzunehmen, eine Verpflichtung bedeutet, welche für die Lebensdauer des Tieres anhält! Jim Willis

 

 

 

 

Ein glückliches Hundeleben!

Ich weiss noch genau die Stunde,
als Du kamst in unsere Runde.
Schautest alle einzeln an.
"Diesen nehme ich", sagtest Du dann.

Hochgenommen auf den Arm,
bei Dir war es sehr schön warm.

Der Geruch, der war mir neu,
und ich dachte voller Scheu,
was kommt jetzt auf dich zu,
und ich hatte keine Ruh.

Ab ins Auto, schon ging's los,
wohin komm ich denn nun bloß ?
Bald war diese Fahrt vorbei,
mir war alles einerlei.
Denn vor Angst konnt' ich nur beben,
auf den Teppich ging der Segen.

Ins Körbchen setztest Du mich nun,
um mich dort mal auszuruhen.
Neugierig sah ich mich dann um,
aber es war doch zu dumm.
Keiner war zum spielen da,
und es wurde mir nun klar;
jetzt bist du doch ganz alleine,
hört denn keiner, dass ich weine?

Dann kamst Du ins Zimmer rein,
sprachst ganz ruhig auf mich ein.
Mein ganzer Kummer war verflogen,
sie war'n weg nun meine Sorgen.
Es war, als hätte ich geträumt,
nun hatte ich einen großen Freund!

Viele Jahre sind wir nun zusammen,
sind durch Dick und Dünn gegangen.
Meine Beine wollen oft nicht mehr.
Das Laufen fällt mir oft gar schwer.

Ich will es nun doch einmal wagen
und es Dir ganz offen sagen:
Wenn mein Herz mal nicht mehr schlägt,
grossen Kummer Dich bewegt,
einen Trost in Deinem Leid:
Sie war schön mit Dir, die Zeit.

Denke dann in stillen Stunden,
wieviel Liebe uns verbunden.
Einer war für den Andern da,
und es war doch wirklich klar:
Eine Liebe, rein wie das Licht,
mein Herz, das schlug nur für Dich !

 

 

 

 

Der glückliche (?) Till

Mein Name ist Till und ich bin ein wunderschöner großer Deutsch-Langhaar. So alt bin ich auch noch nicht, ungefähr 3 Jahre erst. Ich habe glaube ich schon 3 x den Winter und 3 x den Sommer erlebt.

Ich weiß noch, daß ich fürchterlich gefroren hatte im Winter, und daß es mir jetzt viel zu heiß ist. Ich bin auch ein wenig zu dick, aber mein Herrchen nimmt Rücksicht auf mich - denn er sagt immer, ich möchte mich nicht unbedingt viel bewegen. Mein Herrchen ist ein kluger Mann, er weiß immer ganz genau was gut für mich ist. Deshalb liebe ich ihn auch so abgöttisch, nur leider sehe ich ihn nicht so oft. Er ist ein vielbeschäftigter Mann, von morgens bis abends muss er arbeiten.

Sonntags darf ich mit ihm durch den Ort gehen, dann macht er sich schick und wir gehen eine Stunde spazieren. Ab und zu darf ich auch mit Frauchen in den Garten gehen, oh das macht mir Spaß. Am liebsten buddel ich im Sand. Als ich noch ganz klein war, bekam ich alle 3 Tage extra-tollen weißen Buddelsand. Jetzt ist es nicht mehr so oft, aber auch im alten Sand lässt es sich buddeln.

Ich bin manchmal aber auch ein wenig traurig: Die Nachbarin von uns hat auch Hunde, so kleine komische Wuselzwerge zwar, aber es sind doch immerhin Hunde. Die sehen immer so zufrieden und glücklich aus. Ich habe mir schon ganz doll den Kopf darüber zerbrochen: warum denn nur? Ich glaube es liegt daran, daß sie alle einen schönen Platz im Haus haben, daß sie einen wunderschönen Garten haben und daß sie ein Frauchen haben, mit dem sie laufen und tollen dürfen. Keine Ahnung, aber mein Herrchen sagt ja immer, ich hätte sowieso keine Lust mich zu bewegen.


Juhu, heute gab's wieder Sand für mich, ein wunderschöner Tag heute. Aber so ganz gerecht ist das eigentlich nicht, die Wusels nebenan mit dem großen Garten, und ich bin ein stattlicher Groß-Hund und habe nur 3 x 5 Meter für mich. Mein Herrchen nennt das Zwinger und er muss es schließlich wissen. Ich habe auch eine tolle Hütte, ganz für mich alleine. Manchmal piekt mich das Stroh ganz doll, aber dann lege ich mich in meinen Buddelsand. Aber der Zaun ist so furchtbar hoch, da kann ich gar nicht richtig gucken was mein Herrchen macht. Na ja, bald ist ja wieder Sonntag - oh wie ich mich darauf freue.

Mein kluges Herrchen hat mal zu unserer Nachbarin gesagt, daß es mir gut geht bei ihm, weil ich würde es ja nicht anders kennen. Und wenn mein geliebtes Herrchen das sagt, dann ist es auch so, weil er ist doch so ein kluger Mann. Oh wie ich ihn liebe.

Gruß von Till
(ich muss nur noch 3 x schlafen, dann ist wieder Sonntag, JUHU)


Verfasserin auf Wunsch anonym

 

 

 

 

Brief eines Welpen
 

An Herrchen und Frauchen!

Heute bin ich gestorben. Ihr habt genug von mir gehabt.

Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt. Wahrscheinlich bin ich unter einem unglücklichen Stern geboren.

Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack. Mein Halsband, das zu klein war und auch schmutzig, hat die Frau, die mich über die Brücke zum Regenbogen geschickt hat, abgenommen. Das und die kaum benutzte Leine, die Ihr hier gelassen habt, wird ein anderer Welpe bekommen.

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre, wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte? Ich wusste nur, dass es Leder ist, es lag vor mir auf dem Boden. Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen, Hundespielzeug zu kaufen.

Meine Nase in das, was ich gemacht hatte, zu tunken, machte mir nur ein schlechtes Gewissen, daß ich mich überhaupt lösen musste. Es gibt Bücher und Ausbilder, die euch erklärt hätten, wie ihr mir beibringt, zur Tür zu gehen.

Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ich kein Flöhe in euer Heim gebracht hätte? Ohne Anti-Floh-Behandlung konnte ich sie nicht loswerden, auch wenn ihr mich für Tage im Hof gelassen habt.

Wäre ich noch zu Hause, wenn ich nicht gebellt hätte? Ich habe nur gesagt: "Ich habe Angst, ich bin einsam, ich bin hier, ich bin hier! Ich möchte euer bester Freund sein"

Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ihr euch die Zeit genommen hättet, euch um mich zu kümmern und wenn Ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu benehmen?

Wäre ich noch zu Hause, wenn ich euch glücklich gemacht hätte? Aber wenn Ihr mich schlagt, wie kann ich Euch da erfreuen?

Nach der ersten Woche habt Ihr keine Zeit mehr für mich gefunden, aber ich habe all die Zeit damit verbracht, auf eure Liebe zu warten.

Heute bin ich gestorben.

 

 

 

 

ein wahre Geschichte

Du hast mich von meiner Mama geholt. Ich würde es sehr gut bei dir haben, ein Hund wäre immer schon dein großer Traum gewesen. Du hast mich deinen besten Freund genannt und mit mir all deine Geheimnisse geteilt. Ich habe dich deinen Liebeskummer vergessen lassen nachdem du Stunden lang deine Tränen in mein Fell vergossen hast, bis es ganz nass war weil du traurig warst. Ich habe mich nicht aufgeregt, wenn du den ganzen Tag keine Zeit für mich hattest und ich so dringend hätte Gassi gehen müssen. Wir sind gemeinsam auf der Couch gesessen, deinen Kopf an meinen gelehnt. Du hast für mich gekocht und gemeinsam haben wir gegessen, du am Tisch und ich an deiner Seite aus meiner Schüssel am Boden. Beim Eis essen bin ich neben dir im Cabrio gesessen. Ich durfte die leere Eistüte haben, denn Eis wäre nichts für Hunde hast du immer gesagt, davon bekomme ich Bauchweh. „Böser Hund“ hast du mich gerügt wenn ich trotzdem probiert habe, einen Teil von deinem Eis zu bekommen. Du hast mir gesagt, du liebst mich und ich sei den bester Freund. Lange Sparziergänge haben wir gemacht und Stunden lang hast du mit mir gelacht und gespielt. Auf einmal warst du immer weniger für mich da. Den ganzen Tag habe ich allein daheim gelegen, auf dich gewartet. Dann kamst du und hast nur telefoniert, Lieder gesungen und dich nicht mehr um mich gekümmert. Mein Fell hast du nicht mehr gebürstet, wir haben nicht mehr gemeinsam gegessen und auch die langen Sparziergänge waren vorbei. Eines Tages hast du sie mitgebracht. Sie war wunderschön, hatte lange Haare und roch so gut. Sie hat mich nie gestreichelt, nie mit mir gesprochen und nannte mich immer nur „lästig“, dabei hast du mir den liebevollen Namen Sternchen gegeben und nicht den Namen Lästig. Mit deinen Kindern durfte ich spielen und habe mich nie gewehrt, wenn sie mir mit ihren kleinen Fingern in die Augen fuhren und mich ins Ohr bissen, wenn sie mit Spielzeug nach mir schmissen und mich am Schwanz zogen. Doch ihr war es nie gut genug. Nach einiger Zeit fingst du an, lange Diskussionen mit ihr über mich zu führen. Ich würde zuviel Geld kosten und der Aufwand für mich wäre zu groß, dabei hast du deine Zeit mir überhaupt nicht mehr gewittmet. Deine Kinder wären jeden Tag in Gefahr durch mich und sie hätte Angst, ich könnte ihnen etwas tun. Ich sei der Grund, wieso sie dich verlassen hätte. Wieder lagst du auf mir, dein Gesicht in meinem Fell vergraben und weintest.

Ich war den ganzen Tag alleine, mein Herz voller Traurigkeit und mit Sehnsucht hab ich dich erwartet, bis die Tür aufging und du herein kamst. Immer öfter nun kam jemand Fremder der nicht sehr freundlich war. Er nahm mich still schweigend an die Leine und ging mit mir für 5 Minuten hinaus, dabei hätte ich so dringend gemusst.
Eines Tages kamst du Heim und stiegst in eine warme, feuchte Lacke. Es tat mir so leid, ich hab nicht gewinselt weil ich die Schläge mit dem Gürtel nicht ertragen konnte, ich winselte weil es mir leid tat, dass ich mich nicht mehr zurückhalten konnte. Dann hast du mich an die Leine genommen und mich die Stiegen hinunter geschleppt, das Halsband wurde immer enger und ich bekam kaum Luft als du mich mit schnellen Schritten hinter dir her zogst nach draußen. Mit deiner Freundin hast du dich wieder versöhnt und ihr versprochen, alles würde besser werden für sie und die Kinder. Sie hat dich vor die Wahl gestellt: entweder sie oder ich. Als du dich zu mir gesetzt hast auf den Boden und nach langem wieder deine Hand durch mein Fell streichen hast lassen, hast du mit mir gesprochen. Du hast gesagt, die Welt sei ungerecht aber jeder hat ein bestimmtes Schicksal und der Lauf der Dinge wäre nicht zu stoppen. Ich würde auf einen guten Platz kommen und du würdest mich besuchen.

Eines Tages hast du mich gerufen. Autofahren! Wir sind schon lange nicht mehr gemeinsam Auto gefahren und ich hab mich vor lauter Freude kaum mehr halten können. Ich musste in den Kofferraum, dabei durfte ich doch immer neben dir sitzen. Da war es dunkel und so laut und es stank nach Auspuff. Trotzdem freute ich mich, wenn du den Deckel wieder aufmachen würdest und wir am Ziel wären. Doch unser Ziel war nicht das, womit ich gerechnet hatte. Von außen hörte ich bereits andere Hunde jaulen und winseln, Katzengejammer und einen eigenartigen Geruch. Was machten wir hier? Eine Dame kam uns entgegen der du meine Leine in die Hand gabst.
Du hättest mich armen Hund gefunden an einem Autobahnrastplatz angebunden an einem Baum. Die Frau nickte und du drehtest dich um. Ich wollte dir nach, hab an der Leine gezogen und laut geheult, ich wäre fast erstickt weil ich keine Luft mehr bekam. Doch du gingst einfach durch die Tür ohne dich auch nur einmal umzudrehen. Ich kam in ein Zimmer, mir wurde Blut abgenommen und ich wurde untersucht. Der Tierarzt sagte zu der Dame, es wäre schwer für einen Hund in meinem Alter einen Platz zu finden und zu mir sagte er noch, er wünscht mir viel Glück. Danach kam ich in einen kleinen Raum mit 3 anderen Hunden und Gitter. Jedes Mal wenn jemand kam oder vorbeiging, fuhr ich hoch, in der Hoffnung, du wärst es gewesen, doch du kamst nicht. Du hast mich hier gelassen und warst nun schon so lange fort. Ich lag den ganzen Tag in diesem Raum, konnte die Sonne nicht sehen, konnte mit dir nicht über eine Wiese laufen, träumte mich wieder nach Hause und hielt mich so ab von meiner Sehnsucht nach dir und meinen kleinen Schützlingen, deren kleine Hände ich so vermisste. Eines Tages hat sie mich geholt. Sie streichelte mir über den Kopf, legte mir die Leine an und sagte "komm".
Wir gingen durch einen langen Gang in ein leeres, karges Zimmer. Sie hat mich auf den Tisch gesetzt und mich angeschaut, Tränen liefen ihr über die Wangen. Es tut ihr so leid hat sie immer wieder gesagt. Sie würde mich gerne mit nach Hause nehmen aber sie hat schon zwei Hunde und das ginge nicht. Sie hat mir erzählt von einem Ort, an dem es sehr schön ist. An dem die Sonne scheint und ich mich frei bewegen kann. Dann ging sie weg und kam wieder. Ich legte mich auf die Seite und wartete. Das Mittel war sehr kalt. Ich konnte fühlen wie es sich verteilte. Ich hatte aber keine Angst. Böser Hund ging es mir durch den Kopf. Ich hatte doch nichts getan, mein Leben warst du. Was war nur passiert, dass ich all das durchmachen musste. Bevor ich einschlief, blickte ich ihr in die Augen. Da warst du plötzlich wieder, es waren deine Augen. Du hast mich gestreichelt, Tränen sind dir über die Wangen gelaufen. Böser Hund hast du gesagt und mich angelächelt. Ich hob mit letzter Kraft meinen Kopf und schleckte dir über die Wange. Ich hab zu dir gesagt, dass ich dir nicht böse bin und froh bin, dass du wieder da bist, denn du warst mein bester Freund. Danach schlief ich ein.

 

 

 

 

noch eine wahre Geschichte

Er öffnete die Augen und sah sich um. Er war immer noch in diesem hellen, kalten Raum. Mit einem Seufzer schloss er die Augen wieder. Ihm war kalt. Er lag ja nur auf den kalten , weißen Fliesen. Er hatte keine Decke, die die Kälte, die aus dem Boden kam, aufhalten konnte. Sein Kopf schmerzte und seine Glieder taten ihm weh. Dann hörte er Stimmen. Sie riefen nach ihm. Sie riefen : „ Nr. 1985 komm her! “ Er wusste das er gemeint war und so verzog er sich in eine Ecke des Käfigs , indem er schon so lange Zeit verbringen musste. Er erinnerte sich nicht mehr an früher. Die Schmerzen in seinem Kopf waren zu stark. Er sah den Mann, der ihn immer, jeden Tag aufs Neue, holte. Er hörte wie ein anderer Mann zu diesem sagte: „ Wie lange brauchst du denn um den schwarzen Labrador herzubringen?“ „ Er will nicht!“ entgegnete der, der ihm am nächsten stand. „Mach schon! Die anderen müssen auch noch drankommen!“ Wie? Es gibt noch mehr von ihm? Er war nicht der einzige, der auf kalten Boden schlafen musste? Er war nicht der einzige, den sie jeden Tag holten? Er hatte große Angst. Er zitterte. Die Hand des Mannes strich ihm sanft über den Kopf. „Na komm schon Nr. 1985. Du weißt was mit dir passiert, stimmt’s? Komm schon Schwarzer oder willst du, dass ich Ärger bekomme?“ Er wusste, dass er mitgehen musste. Er konnte sich nicht wehren. Zu oft hatte er schon versucht zu entkommen und jedes Mal, fingen sie ihn wieder. So ging er mit dem Mann, der ihm während des Laufens am Ohr kraulte. Er ging voraus, denn er wusste wohin sie ihn bringen würden. Vor dem großen Wasserbecken blieb er stehen und schaute sich um. Da kamen sie. Fünf Männer in weißen Kitteln mit Schreibtafeln und Stiften in den Händen. Er setzte sich und wartete bis sie bei ihm waren und ihm befahlen in das Becken zu steigen. Er tat wie ihm geheißen wurde und kletterte hinein. Dort wartete er bis man ihn am Halsband an eine Stange gebunden hatte, die in das Becken hinein reichte. Dann spürte er wie der Boden unter seinen Füßen sich bewegte und das Wasser um ihn herum immer höher stieg. Ruhig wartete er bis es so hoch war, dass er schwimmen musste. Er kannte das alles ja schon. Er schwamm. Ruhig und gelassen immer im Kreis, denn die Stange an seinem Hals erlaubte ihm nicht an den Wänden hinaufzuklettern. So schwamm er wie immer. Er wusste, dass es bald enden würde. Und so schwamm er immer weiter.
Er spürte, wie er langsam schwächer wurde. Sein Kopf schmerzte und seine Läufe taten ihm weh. Doch er schwamm. Er schwamm bis er seinen Fang kaum noch über Wasser halten konnte. Da gab er auf. Und stoppte. Er sank tief in das Wasser hinab. Früher hatte er versucht wieder an die Wasseroberfläche zu gelangen, doch er wusste, dass sie ihn wieder rausholen würden. So auch diesmal. Sie zogen ihn aus dem Wasser. Der Mann der ihn aus seinem Käfig geholt hatte, nahm ein Tuch und trocknete ihm etwas das Fell. Er hörte wie ein Mann sagte: „Er hat sich verbessert. 6 Stunden, 39 Minuten und 12 Sekunden. Er ist sogar besser als der Retriever.“ Der Mann trug ihn zurück in den Käfig.
Erst als das Licht in dem Raum aus war, erwachte er wieder. Sein Fell war trocken und ihm war kalt. Langsam versuchte er sich aufzurichten. Da fiel ihm auf, dass diesmal etwas anders war an seinem Käfig. Die Tür stand etwas offen. Mit dem Fang schob er die Tür auf und schlich sich zum Lüftungsschacht. Er wusste, wenn er bis dahin gelangen würde, dann wäre er so gut wie frei. Leider hatten sie ihn kurz davor immer einfangen können. Diesmal jedoch gelang es ihm bis in den Schacht zu kommen. Leise schlich er im Labyrinth der Lüftung entlang. Nach einer Weile blieb er stehen. Er musste sich ausruhen. Sein Kopf schmerzte wieder. Er leckte sich seine Pfoten und schlief ein.
Er erwachte weil ihm ein kühler Wind um die Ohren fegte. Er lief weiter. Schnuppernd suchte er sich seinen Weg. Immer dem Wind nach. Und er kam an sein Ziel. Es war hell dort draußen. Mit einem Satz sprang er aus dem Lüftungsschacht. Wie es sich anfühlte Sand unter den Pfoten zuhaben. Er genoss es einen Augenblick und lief dann los. Er kam zu einem hohen Zaun. Überklettern konnte er ihn nicht. Also blieb nur die Möglichkeit unten durch. So begann er zu buddeln. Da hörte er eine Sirene. Er sah sich um. Sie kam aus dem Haus , aus dem er gerade geflüchtet war. Er buddelte schneller und da war das Loch groß genug um sich hindurch zu quetschen. Auf der anderen Seite des Zaunes war ein großer Wald. Er lief in den Wald und versteckte sich in einem alten Dachsbau. Dort schlief er bis zur Nacht. Als er erwachte, war alles um ihn herum dunkel. Er setzte sich vor die Höhle und witterte eine Hasenspur. Er folgte ihr, denn sie war sehr interessant für ihn. Er kannte solche Gerüche nicht. Am Ende der Fährte lag ein Hasenbau. Er war leer und so zog er weiter. Wohin wusste er nicht. Hauptsache weg von dort. Am Morgen erreichte er den Waldrand. Er sah über ein großes Feld direkt zu einem Haus. Wo Häuser sind dort sind auch Menschen. Und Menschen sollte man lieber aus dem Weg gehen. Aber vielleicht hatten sie etwas zu fressen für ihn. So trottete er langsam zu dem Haus. Vor dem Haus spielte ein kleiner Mensch mit einem runden Ding. Er sah eine Weile zu und ging dann auf den Mensch zu. Als dieser ihn sah ,stellte er sein Spielen ein. Er setzte sich auf den Boden und rief: „Komm her Hundi! Na komm schon, ich tue dir doch nichts. Komm her, komm !“ Er ging zu dem kleinen Menschen. Als er dort war, strich dieser ihm über den Kopf. Erschrocken zuckte er zusammen. Das kannte er. Danach begannen immer die Qualen. Doch diesmal ging der Mensch weg und kam mit einer Schüssel Milch zurück. „Hier trink das. Du bist sicher hungrig. Schau mal was ich hier habe.“ Der Junge hielt eine Leberwurststulle in der Hand und zeigte sie dem Hund. Dieser nahm sie vorsichtig und fraß sie genüsslich. Zum Dank schleckte er dem Jungen die Hand. In diesem Moment kam der Vater des Jungen aus dem Haus und sah das Geschehen. Er brüllte der Junge solle weggehen und dass er den Hund erschießen würde. Erschrocken rannte er davon. Nun wusste er dass viele Menschen böse sind. Aber nicht alle. Er rannte über eine große Wiese, Plötzlich vernahm er ein ohrenbetäubendes Geräusch erschrocken suchte er Deckung, doch er fand keine auf dieser großen Wiese. Da war plötzlich ein riesiger Vogel über ihm, dessen Flügel im Kreis rotierten und der kleine Steine spuckte, die ihn nur knapp verfehlten. So lief er und lief, so schnell ihn seine Pfoten tragen konnten.
Nach einiger Zeit der Flucht kam er an ein riesiges Becken mit Wasser. Nun wusste er Bescheid. Die Männer in den weißen Kitteln hatten ihn gefunden und stellten ihn abermals auf die Probe. So stieg er in das salzige Wasser des Meeres. Ruhig lief er bis es so hoch war, dass er schwimmen musste. Er kannte das alles ja schon. Er schwamm. Ruhig und gelassen immer geradeaus. Diesmal war keine Stange an seinem Hals. Diesmal gab es auch keine Wände, an denen er hätte hoch klettern können. So schwamm er wie immer. Er wusste, dass es bald enden würde. Und so schwamm er immer weiter. Nach einer Ewigkeit spürte er, wie er langsam schwächer wurde. Wieder schmerzte sein Kopf und seine Läufe taten ihm weh. Doch er schwamm. Er schwamm bis er seinen Fang kaum noch über Wasser halten konnte. Da gab er auf. Und stoppte. Diesmal holten sie ihn nicht heraus. Diesmal sank er und er versuchte nicht wieder an die Oberfläche zu gelangen, denn dort warteten sie. Und so sank er immer tiefer bis zum Grund, doch das spürte er nicht mehr.

 

 

 

 

Unendlichkeit

Damals war ich noch sehr klein. Die Trennung von meiner Mutter fiel mir sehr schwer. Sie musste gehen. Sie musste viel zu zeitig gehen. Der Hunger war Schuld und auch die Kälte. Nun waren wir 3 alleine. Auch eng aneinander gekuschelt, war es sehr kalt. Meine beiden Brüder waren noch sehr klein. Sie weinten jämmerlich als unsere Mutter von uns ging. Ich wusste, dass auch ich einmal gehen werden muss. Ja, ich wusste, dass irgendwann alles gehen muss. Nun war ich die Älteste. Ich musste mich um meine Brüder kümmern. So nahm ich sie und versteckte sie in einer alten Scheune zwischen Heu und Stroh. Dort war es etwas wärmer. Ich brachte ihnen alles was ich finden konnte für sie zum Fressen. Ich fand nicht sehr viel. Mit der Zeit wurde ich schwächer, doch ich musste nun mal für meine Brüder sorgen und so ging ich Tag ein Tag aus raus in die Kälte und Feuchtigkeit um Futter zu finden.
Schon lange hatte ich nichts mehr gefunden. Meine Brüder jaulten nun nicht mehr nur vor Trauer sondern auch vor Hunger. Jan der kleinere von beiden war nun auch nicht mehr so munter. Er schlief nur noch und fraß kaum. Ich hatte enorme Angst, dass er uns auch verlassen würde. Eric, der größere der beiden, war auch nicht mehr so munter wie am Anfang, jedoch fraß er noch. Ich wusste nicht was ich noch tun sollte. Die Nächte und auch die Tage wurden immer kühler und Futter gab es immer weniger. Eines Abends dann konnte auch ich meinen Schmerz nicht mehr unterdrücken und so jaulte ich und weinte die Nacht hindurch. Am nächsten morgen beschloss ich bei Eric und Jan zu bleiben. Futter gab es keins, welches mich hätte locken können und so wollte ich nun Energie sparen. Ich schlief wieder ein. Ich weiß nicht wie lange ich schlief, doch als ich seltsame Geräusche hörte war ich hellwach. Nie in meinem Leben hatte ich so etwas gehört. Es war... ich kann es nicht beschreiben. Wie erstarrt lauschte ich diesen seltsamen Klängen. Plötzlich traf ein greller Lichtstrahl meine Augen und ich sah für wenige Momente nichts. Dann wieder diese faszinierenden Geräusche. Mir schien sie kamen näher. Und dann sah ich es. Es war so groß und es ging auf den Hinterpfoten. Wo war seine Rute? Wo war sein Fell? Es war sonderbar und faszinierend. Ich setzte mich auf. Nun sah es auch mich. Für einen Moment unterbrach es diese sonderbaren Klänge. Mein Herz klopfte. Dann fingen die Klänge wieder von neuem an. Wie in Trance schlich ich langsam auf dieses Wesen zu. Skeptisch blieb ich in einiger Entfernung vor ihm stehen. Diese Klänge wirkten so beruhigend, so wunderbar und wunderschön. Das Wesen setzte sich auf den Boden und streckte eine Pfote nach mir aus. Erschrocken sprang ich zurück. Es hob die Maulwinkel und zeigte die Zähne. Dabei stieß es komische Laute aus. Ich knurrte, denn nun hatte ich doch Angst. Das Wesen zog seine Pfote wieder ein und kehrte mir dann den Rücken und ging. Nach einiger Zeit kam es wieder. Es hatte etwas mit gebracht. Erstaunt darüber, dass es dieses Ding mit den Pfoten, an Stelle des Fangs trug, setzte ich mich. Nun stieß es wieder diese wundervollen Klänge aus. Es stellte diese Ding dorthin, wo es selbst vorhin noch stand und setzte sich dann in einiger Entfernung davon hin. Es beobachtete mich. Ich schaute abwechselnd das Wesen und dieses Ding an. Mein Herz pochte abermals wie wild. Nun siegte meine Neugier und ich kroch geduckt auf dieses Ding zu. In diesem Ding roch es verführerisch nach Futter. Ich nahm vorsichtig und langsam ein Stück aus dem Ding und rannte dann so schnell ich konnte zu Jan und Eric. Ich legte es ihnen vor die Fänge. Eric schlang es wild schmatzend in sich hinein, doch Jan zuckte nicht einmal mit der Nase. Ich setzte mich auf. Wo war das Wesen jetzt hin? Ich lief wieder zu dem Ding. das Wesen war weg. ich ging zu der Stelle, an der es gerade noch saß und schnüffelte. Es roch. Nein, es duftete. Diese Gerüche kannte ich nicht.

Abermals nahm ich Futter aus dem Ding und brachte sie zu den Kleinen. Ich achtete darauf, dass Eric nicht alles fraß. Ich setzte mich zwischen Jan und Eric. Mit dem Fang schob ich ein Stück Futter direkt unter Jan´s Fang. Er öffnete die Äuglein und sah mich vorwurfsvoll an. Ich teilte vom Futter ein kleines Stück ab. Winselnd schob ich es unter seine Nase. Zaghaft öffnete er den Fang. Ich schob den Brocken hinein. Schmatzend schluckte er ihn hinunter. Nun öffnete er abermals sein Mäulchen. Wieder schob ich ihm ein kleines Stück hinein. Er schluckte nun so schnell hinunter, dass ich gar nicht mehr mit dem zerteilen der Beute hinterher kam. Als von dem Stück nichts mehr übrig war, außer der Geruch an meinem Fang, wandte ich meinen Blick auf Eric. Aber ich sah nur Stroh und Heu und die Mulde in der er eben noch gelegen haben musste. Dann hörte ich ein leises wimmern und schluchzen. Eric hatte versucht zu dem Ding mit dem Futter zu krabbeln und war dabei in ein Loch gefallen, welches nur so flach wie er selbst war. Jedoch von der langen Fastenzeit geschwächt, schaffte er es nicht sich selbst aus dem Loch zu befreien und so trottete ich zu ihm, nahm ihn am Nackenfell, schüttelte ihn und brachte ihn dann zurück zu Jan. Er verstand und blieb nun dort. Ich brachte ihnen alle Futterstücken bis in dem Ding nicht einmal mehr der Geruch übrig blieb. Diesen hatte ich nämlich genüsslich mit der Nase aufgesaugt. So wurde ich allein vom Duft der Mahlzeit satt.
Am nächsten Morgen wurde ich durch einen Sonnenstrahl, der meine Ohren kitzelte geweckt. Ich gähnte und streckte mich. Nun dachte ich noch einmal darüber nach, was gestern passiert war. Ich erinnerte mich, dass gestern dort Futter war und so beschloss ich nachzusehen ob ich nicht doch welches übersehen hätte. Als ich um den großen Heuballen bog, erschrak ich, denn dort war wieder dieses Wesen. Ich hörte wieder diese wunderbaren Klänge. Und es duftete wieder nach diesem Wesen und nach Futter. Ich lief zu dem Ding, in dem ich gestern Futter fand, doch dort war keins. Aber es roch doch nach Futter. Es kam von diesem Wesen. Ich setzte mich und betrachtete dieses Wesen wieder. Plötzlich streckte es die Pfote aus und da kam ein Schwall mit dem Geruch des Futters auf mich zu. Nun, da ich wusste wo das Futter war, brauchte ich es mir nur noch zu holen. So ging ich etwas geduckt auf das Wesen zu. Die Klänge beruhigten mich ein wenig. Nun war ich nur noch eine Barthaarlänge vom Futter entfernt. Vorsichtig nahm ich das Futter aus der Pfote des Wesen. Es passierte nichts. Nun stellte ich mich auf. Die Klänge gelangten von meinen Ohren bis tief in mein Gehirn und setzten sich dort fest. Nun hob das Wesen die andere Pfote, hielt aber inne als es bemerkte, dass ich zusammenzuckte. Als daraufhin nichts geschah, richtete ich mich wieder auf, behielt aber die Pfote genau im Auge. Sie kam immer näher. Nun spürte ich die Berührung auf meinem Haupt. Es war wunderbar ungewohnt. Langsam glitt die Pfote von meinem Haupt über meinen Rücken bis zum Rutenansatz. Diese Empfindungen benebelten mir die Sinne ebenso wie die Klänge. Genussvoll fing ich an zu brummen.

Als das Wesen kein Futter mehr hatte, legte ich mich zu seinen Hinterpfoten. Seine Pfote strich immer noch über meinen Körper. Es war ein wundervolles Gefühl. Plötzlich vielen mir Jan und Eric ein. Ich sprang auf und trabte zu der Stelle an der ich sie zurückgelassen hatte. Eric kam mir sofort schwanzwedelnd entgegengetorkelt. Ich nahm ihn am Nackenfell und brachte ihn zu dem Wesen. Winselnd legte ich Eric vor dessen Pfoten ab. Als dieser wieder zu sich kam, erschrak er und versteckte sich sofort bei mir. Mit zufriedenem Brummen gab ich ihm zu verstehen, dass nirgends Gefahr war und so ging er mutig auf das Wesen zu. Dieses streckte auch Eric die Pfote entgegen und streichelte ihn sanft über das Haupt. Zufrieden fing er an zu grummeln. Nun war Jan an der Reihe. Ich brachte ihn auch zu dem Wesen. Auch er ließ sich bald streicheln. Da nahm das Wesen Jan und Eric in seine Pfoten und ging mit ihnen weg von mir. Ich erschrak und lief schleunigst hinterher. Ich war so nervös, dass ich dieses große, laute, stinkende Ding, welches rasend schnell auf mich zukam, gar nicht bemerkte.
Heute erinnere ich mich nur noch an diesen schrecklichen Schmerz, der plötzlich kam. Dann war es dunkel.

Mir erschien es als wäre ich federleicht. Leichter als die Luft, die ich zum Leben brauchte. Ich schaute nach unten und erschrak. Nicht weil ich den Boden unter den Füßen verloren hatte, nein, ich sah mich. Ich sah meinen eigenen Körper. Und ich sah das Wesen, wie es meinen Körper hielt. Aus seinen Augen lief Wasser. Jan und Eric saßen bei dem Wesen und schleckten ihm winselnd das Wasser ab. Das Wesen nahm meinen Körper und brachte ihn von dieser Stelle weg. Ich entfernte mich immer weiter von ihnen und doch spürte ich kein Verlangen zurück in meinen Körper zu kehren. Ich verspürte Sehnsucht. Sehnsucht nach etwas, was ich noch nicht kannte, aber bald kennenlernen würde. Ich schwebte durch glänzend feuchten Nebel und dann sah ich meine Mutter. Und ich sah einen anderen meiner Art an ihrer Seite. Ich wusste dies war mein Vater. Ich spürte es einfach. Ich freute mich die beiden endlich wieder zusehen und doch war ich traurig, dass Eric und Jan nun allein waren. Lange Zeit ging ich mit dieser Freude und der gleichzeitigen Trauer um.
Meine Mutter bemerkte meine Trauer und so bedeutete sie mir ihr zu folgen. Allein durch den Gedanken vermochte ich mich fortzubewegen. Sie bewegte sich mit mir durch den feuchten Nebel zurück. Dann deutete sie auf dieses Wesen und auf zwei meiner Art an dessen Seite. Die beiden sahen uns und ich erkannte in ihnen meine beiden Brüder. Sie hatten sich sehr verändert. Sie waren größer geworden. Man sah ihre Rippen nicht mehr. Jan lief freudig zu einem Ort und zeigte uns schwanzwedelnd einen Ball. Eric zupfte das Wesen am Fell und es verstand. Noch eine Weile sahen wir zu wie sie mit dem Ball spielten. Ich war glücklich. Wir drehten uns fort und bewegten uns wieder zu dem feuchten Nebel. Ein letztes Mal blickte ich zurück. Da stand das Wesen. Es sah zu uns hinauf und zeigte die Zähne. Es lächelte. Und es berührte meine beiden Brüder so zärtlich und sanft, wie es mich damals berührte und nun hörte ich zum letzten Mal diese zärtlichen Klänge, die mir in Erinnerung geblieben waren.
Endlich musste ich nicht mehr vor der Ewigkeit verweilen. Endlich war ich so glücklich und zufrieden, dass ich mit meiner Mutter und meinem Vater den Weg in die Unendlichkeit antreten konnte.

 

 

 

 

Testament

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben denen zu hinterlassen, die sie lieben.

Ich würde auch ein solches Testament machen, wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Hund würde ich mein glückliches zu Hause hinterlassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemanden Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im
liebenden Arm.

Wenn ich einem sterbe, dann sag bitte nicht: Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh.

Suche Dir einen einsamen Hund aus und gib' ihm meinen Platz.

Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles, was ich geben kann.

 

 

 

 

Ich bin`s

Letzte Nacht stand ich an deinem Bett, um einen Blick auf Dich zu werfen
und ich konnte sehen, dass du weinst und nicht schlafen konntest.
Während du eine Träne wegwischtest,
winselte ich leise um dir zu sagen:
"Ich bin´s, ich hab´Dich nicht verlassen.
Ich bin wohlauf, es geht mir gut und ich bin hier."
Heute morgen beim Frühstück da war ich ganz nah bei dir
ich sah dich den Kaffee einschenken
während du daran dachtest,
wie oft früher deine Hände zu mir heruntergewandert sind.
Ich war heute mit dir beim Einkaufen,
deine Arme taten dir weh vom Tragen,
Ich sehnte mich danach, dir dabei zu helfen und wünschte,
ich hätte mehr tun können.
Heute war ich auch mit dir an meinem Grab,
welches du mit so viel Liebe pflegst.
Aber glaube mir ich bin nicht dort.
Ich ging zusammen mit dir zum Haus,
du suchtest nach dem Schlüssel.
Ich berührte dich mit meiner Pfote und sagte lächelnd:
"Ich bin´s."
Du sahst so müde aus, als du dich auf die Couch sinken ließest.
Ich versuchte mit aller Macht, dich spüren zu lassen,
dass ich bei dir bin.
Ich kann dir jeden Tag so nahe sein,
um dir mit Gewissheit sagen zu können:
"Ich bin nie fortgegangen."
Du hast ganz ruhig auf deiner Couch gesessen,
du wusstest.... in der Stille des Abends....,
dass ich ganz in deiner Nähe war.
Der Tag ist vorbei...., ich lächle und sehe dich gähnen,
und ich sag´zu dir:
"Gute Nacht, Gott schütze dich, ich seh´dich morgen früh."
Und wenn für dich die Zeit gekommen ist,
den Fluss der uns beide trennt, zu überqueren,
werde ich zu dir hinübereilen,
damit wir endlich wieder zusammen,
Seite an Seite sein können.
Es gibt so viel, das ich dir zeigen muss
und es gibt so viel für dich zu sehen.
Hab Geduld und setzte deine Lebensreise fort....,
dann komm...., komm heim zu mir.

 

 

 

 

Bonnie

Ich bin es, Bonnie, dein Hündchen, der Dir diesen Brief schreibt. Ich bin im Paradies der Tiere. Als wir in den Urlaub fuhren, hieltest Du an und sagtest: "Steig aus Bonnie, steig aus". Ich sprang aus dem Wagen und Du machtest die Tür zu und fuhrst fort. Erst dachte ich, Du wolltest mir nur Angst machen, aber als ich Dein Auto in der Ferne verschwinden sah, da wurde mir klar: Du hast mich ausgesetzt. Es überkam mich eine große Angst und Traurigkeit. Ich lief Dir nach, aber ich konnte Dich nicht mehr einholen. Ich lief und lief - ohne zu wissen wohin und dabei wurde ich von einem Auto angefahren und in einen Graben geschleudert - ich konnte mich nicht mehr bewegen. Da lag ich nun zusammengerollt vor Schmerzen, und in meiner Not habe ich Dich um Hilfe gerufen, aber Du warst schon weit weg. Deinem Urlaubsziel entgegen. Nach langen Stunden des Leidens kam der Tod und brachte mich in sein Reich. Nun bin ich hier im Tierparadies. Mein Herz ist so traurig. Sag mir, warum hast du das getan? Hast Du mich so wenig lieb gehabt? Wir sind sehr viele, die von ihren Familien ausgesetzt wurden, alle haben ein gebrochenes Herz. Gott, der Dich und mich erschaffen hat, möge Dir verzeihen.

Dein Bonnie, der Dich so lieb hatte.

 

 

 

 

Der kleine Hund liebte seinen Herrn über alles. Dieser riesengroße Mensch war sein Abgott. Er gab ihm Futter und Wasser und er schien ihn auch zu lieben; ganz sicher, denn er streichelte ihn zärtlich und redete mit ihm. Er gab ihm einen Platz in seiner Wohnung, den er gegen jeden noch so großen Hund verteidigen würde. Das ging so ein ganzes Jahr lang. Dann wurden die Liebkosungen des Menschen spärlicher. Er schien immer unruhiger zu werden. Aber da er niemals vergaß, seinem kleinen Freund das Futter hinzustellen, machte der sich keine Sorgen. Ab und zu wurde er auch noch gestreichelt. Menschen waren und dachten eben anders als Hunde. So sprang er ihm immer wieder voller Freude entgegen, ja er schrie förmlich vor Freude, wenn er hörte, dass der Riesengroße nach Hause kam, der ihm leicht auf den Rücken klopfte und beruhigend, wenn auch etwas abwesend, sagte "Ja, ja ! ist ja gut !" Dann kam die Urlaubszeit. Die erste im Leben des kleinen Hundes, der vor Aufregung leise jaulend neben seinen Herrn in das Auto gesetzt wurde, das er schon kannte. Er versuchte, sich möglichst nahe an den geliebten Menschen heranzudrängen, aber der schob ihn so unsanft zurück, dass der kleine Hund bestürzt zu ihm aufsah. Er ahnte nicht, dass sein Herr daran dachte, dass er wahrscheinlich überall nur Unannehmlichkeiten mit dem Tier haben und nie ganz frei sein würde. Er konnte ihn sicher nicht allein in dem fremden Hotelzimmer lassen, und er wollte und konnte ihn nicht dauernd mit sich herumschleppen. Der kleine Hund, der verunsichert vorsichtig mit der Pfote nach ihm tappte, erschien ihm auch längst nicht mehr so nett, wie damals als er ihn in einem Schaufenster sah und kurzentschlossen kaufte, weil er sich gerade sehr einsam fühlte. Aber im Urlaub wollte er Bekanntschaften machen. Er wollte, nun ja, was halt alle im Urlaub wollen. Der kleine Hund war plötzlich eine Last für ihn, und er begann zu überlegen, wie er ihn loswerden könnte. Als eine gut übersichtliche Strecke kam und er ganz sicher war, dass vor und hinter ihm niemand fuhr, fasste er den kleinen Freund plötzlich im Genick, der ihn zutraulich ansah und versuchte, rasch noch seine Hand zärtlich zu lecken, warf ihn kurzerhand aus dem Wagen und fuhr davon, ohne sich noch einmal umzusehen. Der kleine Hund überschlug sich, aber er hatte keine Verletzungen davon getragen. Er stand da, sah dem Wagen nach, der hinter einer dünnen Staubwolke immer kleiner wurde, und verstand die Welt nicht mehr. Sicher würde der Wagen gleich wiederkommen. Sicher war das nur ein Versehen. Vielleicht ein etwas grober Scherz, wie damals, als er ihn in ein tiefes Wasser geworfen hatte, um zu sehen, ob er schwimmen könne. Sicher würde er wieder besonders gestreichelt werden. Er würde warten, wie er schon so oft gewartet hatte. Er setzte sich an den Rasenrand der Straße. Er war nicht mehr der Jüngste, was ihm sein Herr nicht angesehen hatte. Seine Augen waren bereits etwas getrübt, aber er wusste, dass der Wagen, auf den er wartete, grün war. Manilagrün, wie die Menschen das nannten. Jedesmal, wenn ein grüner Fleck in der Ferne auftauchte, richtete sich der Hund auf, spitzte die Ohren und wedelte unsicher mit dem Schwanz. Er lief ganz nah an die Fahrbahn. Sicher würde der Wagen, den er nur etwas verschwommen sehen konnte, halten und er würde schnell hineinspringen und alles würde wieder so sein wie früher. Aber der Wagen fuhr vorbei. Und der nächste grüne Wagen auch. Der kleine Hund war verzweifelt. Er winselte leise. Was sollte aus ihm werden ? Er hatte doch niemanden auf dieser schrecklich großen, fremden Welt außer diesem Menschen, der in dem grünen Wagen davongefahren war. Es kamen noch zehn grüne Wagen, es kamen zwanzig verschwommene grüne Wagen. Der kleine Hund wurde immer verzweifelter. Er lief so nahe wie möglich an die Fahrbahn heran und dann plötzlich wusste er es: Das war sicherlich immer derselbe Wagen. Er fuhr nur immer wieder an ihm vorbei. Wenn der nächste grüne Wagen kam, würde er einfach hineinspringen und dann würde alles wieder gut sein. Er spannte seine müden Muskeln, duckte sich, als der nächste verschwommen grüne Wagen heranbrauste, und sprang. Den Aufprall spürte er nur ganz kurz. Dann wurde er auf die Fahrbahn geschleudert und der nächste Wagen machte einen zottigen, blutigen Fleck aus ihm. Einen Fleck, der doppelt so groß war wie der kleine Hund. Der tote Hund sah jetzt viel größer aus, so wie Tote für uns immer größer werden, wenn man nichts mehr an ihnen gutmachen kann.

 

 

 

 

Lange kannte ich dich nicht,
da standest du schon bei Gott vor Gericht.

Ich wollte das nicht verstehen
und ließ dich nicht gehen.

Ich dachte das ich ohne dich nicht leben mag
und bat dich: "Bitte bleib´noch einen Tag."

Deinen Kopf, den streichel ich.
Was hier passiert versteh´ich nicht.

Ich glaube nicht, daß ich dein Tod ertrag´,
"Bitte bleib´noch einen Tag."

Beim letzten Schritt, da halt ich dich.
Dein Blick sagt mir: "Ich liebe dich."

Gute Zeiten hatten wir,
komm zurück und bleib bei mir.

Zu spät, es ist vorbei.
Meiner Kehle entrinnt ein Schrei.

Nie werde ich dich vergessen,
kein Hund kann sich an dir messen.

Ein neuer Hund, der ist schon da.
Für mich das Beste, ist wohl klar.

Und wenn er das Leben nicht mehr mag,
frag´ ich wieder: "Bleib´noch einen Tag."

 

 

 

 

Der letzte Weg - wenn es soweit ist

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach

und quälende Pein hält ständig mich wach -

Was Du dann tun musst - tu es allein.

Die letzte Schlacht wird verloren sein.



Das Du sehr traurig, verstehe ich wohl.

Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.

An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -

muss Deine Freundschaft das Schwerste bestehen.



Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück

Furcht vor dem Muss? Es gibt kein Zurück.

Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei.

Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.



Begleite mich dahin, wohin ich gehen muss.

Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluss.

Und halte mich fest und red mir gut zu,

bis meine Augen kommen zur Ruh.



mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,

es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.

Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal.

Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.



Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,

der Herr dieser schweren Entscheidung ist.

Wir waren beide so innig vereint.



Es darf nicht sein, dass Dein Herz um mich weint.

 

 

 

 

Brief an Herrchen



Am Morgen bist du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.

Du nahmst meine Leine - was war ich glücklich!!

Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub-hurra!

Wir fuhren mit dem Auto und irgendwann hast du am Straßenrand angehalten.

Die Tür ging auf und du hast ein Stöckchen geworfen.

Ich lief und lief, bis ich es gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte, um es dir zu bringen.



Als ich zurückkam, warst du nicht mehr da.

-In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um dich zu finden, aber vergebens.

Ich lief Tag für Tag und Nacht für Nacht und wurde immer schwächer.

Ich hatte Hunger. Ein fremder Mann kam, er legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.

Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf deine Rückkehr.

Aber du bis nicht gekommen.

Dann wurde der Käfig geöffnet. Nein, du warst es nicht.

Es war der Mann, der mich gefunden hatte.

er brachte mich in einen Raum - es roch nach Tod.

Meine letzte Stunde war gekommen.



Geliebtes Herrchen. Ich will das du weisst, dass ich mich trotz des Leidens,

dass du mir angetan hast, mich noch stets an dein Bild errinere und

-falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte-

... ich würde auf dich zulaufen, denn ich hatte dich lieb.


Dein Hund

 

 

 

 

Jetzt bin ich berühmt

Heute wurde ich geboren. Eins von zehn. Mein Vater war sehr berühmt. Ich habe eine Menge Halbbrüder und -schwestern. Meine Mutter ist sehr berühmt. Seit sie berühmt wurde, hatte sie immer nur Welpen. Keine liebende Hand, keine lustigen Ausflüge . . . nur Welpen. Sie ist immer sehr traurig, wenn sie von ihr weggehen.

Heute verließ ich mein Heim. Ich wollte nicht weg, deshalb habe ich mich hinter meiner Mutter und drei übrigen Geschwistern versteckt! Ich mochte dich nicht. Aber sie sagten, ich würde eines Tages berühmt sein. Ich frage mich, ob berühmt das gleiche ist wie Spaß und gute Zeiten? Du hast mich aufgehoben und weggetragen, obwohl es Dich gestört hat, daß ich mich vor dir versteckt habe. Ich glaube nicht, daß Du mich mochtest.

Mein neues Heim ist weit weg. Ich bin verstört und ängstlich. Mein Herz sagt: Sei tapfer. Meine Verwandten sind es auch. Ob sie auch in gute Hände kamen wie ich? Ich bin hungrig, weil zuviel essen schlecht für meine Knochen ist. Ich kann nicht beißen oder schnappen, wenn die Kinder gemein zu mir sind. Ich laufe einfach weg und spiele und tue so, als ob ich auf einer großen Wiese bin mit Schmetterlingen, Rotkehlchen und Fröschen.

Ich weiß nicht, warum sie mich treten. Ich bin still, aber der Mann schlägt mich und sagt laute Dinge. Die Frau gibt mir keine guten Sachen, wie ich sie bei meiner Mutter hatte. Sie wirft nur trockenes Futter auf den Boden und geht weg, bevor ich nah genug zum Berühren und Schmusen kommen kann. Manchmal riecht mein Futter schlecht, aber ich esse es trotzdem.

Heute bekam ich zehn Welpen. Sie sind so wundervoll und warm. Bin ich jetzt berühmt? Ich wünschte, ich könnte mit ihnen spielen, aber sie sind so klein. Ich bin so jung und verspielt, daß es schwer ist, hier in dem Loch unter dem Haus zu liegen und meine Welpen zu säugen. Jetzt weinen sie. Ich zerkratze und zerreiße mein Fell. Ich wünschte, jemand würde mir etwas Futter hinwerfen. Ich bin auch sehr durstig.

Jetzt habe ich nur noch acht. Zwei wurden während der Nacht kalt und ich konnte sie nicht warm machen. Sie sind tot. Wir sind alle sehr schwach. Vielleicht können wir etwas Futter bekommen, wenn ich sie auf die Veranda trage?

Heute haben sie uns weggeholt. Es war zuviel Aufwand, uns zu füttern und jemand kam, um uns zu holen. Jemand schnappte meine Welpen, sie weinten und winselten. Wir wurden in einen Lastwagen mit Boxen getan. Sind meine Babies jetzt berühmt? Ich hoffe es, denn ich vermisse sie. Sie sind weg.

Der Ort riecht nach Urin, Angst und Krankheit. Warum bin ich hier? Ich war genau so schön wie meine Verwandten. Ich bin hungrig, schmutzig, in Panik und unerwünscht. Vielleicht das Schlimmste, unerwünscht zu sein. Niemand kam, obwohl ich lieb zu sein versuchte.

Heute kam jemand. Sie legten mir ein Band um den Hals und führten mich zu einem Raum, der sehr sauber war und einen glänzenden Tisch hatte. Sie hoben mich auf den Tisch. Jemand hielt mich und streichelte mich. Ich fühlte mich so gut!!! Dann fühlte ich mich müde und lehnte mich hinüber zu demjenigen, der mich gestreichelt hatte.

Jetzt bin ich berühmt: Heute hat sich jemand um mich gekümmert!

 

 

 

 

Die Geschichte von Lea

Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.

Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestossen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht.
Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven gingen.
So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten.

All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem "Petshop", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von andern Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen.

Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen "oh, sind die süss, ich will eines", aber dann gehen die Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist.
Als sie Sie am Morgen aus dem Käfig nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft! Jetzt wird alles gut! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süsses und braves Hundchen. Ich heisse jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Ausserdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hiess es "genetisch" und "nichts zu machen". Ich möchte draussen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los ? War ich böse ? Sind sie am Ende böse auf mich ? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten ! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand. Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gottseidank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.
Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer grossen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.

Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Statt dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

 

 

 

 

Nur ein Spielzeug !?

Du hast in meine Augen gesehen,
da war es schon um dich geschehen,
Du hast mich mit nach Hause genommen,
ich bin ganz neugierig mitgekommen.

Du hast mich stolz spazieren geführt,
die Bewunderung der Passanten gespürt.
Du hast mit mir getobt und gespielt,
und dich eine Weile glücklich gefühlt.

Dann hab ich auf den Teppich gemacht,
da hast du nicht mehr so freudig gelacht.
Dann musst du fort, ich weiß nicht wohin,
ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.

Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit,
ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit,
dann hab' ich vor Frust die Möbel zerkaut,
das war dir zuviel, und du wurdest laut.

Du hast von Erziehung und Härte gesprochen,
und ich habe deinen Zorn gerochen.
Du hast mich verbannt aus deinem Haus,
aus dem Zwinger kam ich nur noch selten raus,

Du hast mir Futter und Wasser gegeben
und gedacht, das sei genug für mein Leben.
Du hast ein neues Spielzeug gefunden -
hattest die Nase voll von uns Hunden.

Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh,
ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh.
Dann hast du bei mir nicht mehr saubergemacht,
mir nur noch meinen Fressnapf gebracht.

Dann hab' ich gewusst, bald ist es vorbei,
denn niemand hört meinen stummen Schrei.
Dann ging ich hinüber, weit von dir fort,
an einen neuen, besseren Ort.

Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück.
Soviel Leid für ein klein wenig Glück?
Ich frage dich, warum liebtest du mich?
Ich war doch nur ein Spielzeug für dich.

Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen,
du hast mir mein ganzes Leben genommen.
Warum liebtest du mich? Hast mich niemals begriffen.
Hast auf alle meine Gefühle gepfiffen.

Dein Herz ist kalt, wird niemals warm.
Bei all dem Spielzeug bist du - arm...

 

 

 

 

Biene

Ich bin Biene , ein Rottweiler
war angebunden an 'nen Pfeiler,
hab gewinselt und gejault,
das Vertrauen an euch war angefault.

Ich bin Biene , ein Rottweiler,
brauche jetzt 'nen Seeelenheiler,
sitz' im Tierheim Tag für Tag,
gibt es keinen , der mich mag?

Ich bin schwarz und groß dazu,
hab ich den gar keine Ruh?
Tag den Maulkorb an dem Munde
wie so viele an der Hunde.

Und der Hals, der schmerzt mir sehr,
ich hab keinen Freilauf mehr,
Kann die leine nicht mehr sehn,
wie soll das den Weitergehen .

Ich will ein Zuhause haben !
Doch ich hör nur alle sagen :
"Sieh dir diesen Kampfhund an ,
wie man so was züchten kann!
Beißt nur hin und beißt nur her,
Herz hat der bestimmt keins mehr!"

Natürlich habe ich ein Herz!
Es ist nur voll mit ganz viel Schmerz.
Gibt es keinen , der mich liebt ?
Wie es mir im Ohre piept,
hör nur noch böse Sätze,
will es nicht mehr , das Gehetzte.!

Will den niemand hier verstehen ,
es kann doch so nicht weitergehen !
Nicht die Hunde tragen die Schuld ,
sondern der der sie geholt.

Lassen sie Kämpfen auf Plätzen ,
der Beste , der darf weiterhetzen ,
wer nicht spurt , der wird geschlagen ,
wer wird den das lang ertragen ?

Wie lang ich hier noch sitze , weiß ich nicht ,
aller Lebenswille scheint verwischt ,
Seit ihr den wirklich so dumm?
Seht ihr nur die Hülle drum,
doch was wirklich innen steckt,
das wisst ihr nicht :
ein Freund , der mit euch geht
durch Dunkelheit und Licht!

 

 

 

 

Der Kettenhund

Ich bin allein; es ist schon Nacht
und stille wird's im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht,
dort ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett
bewache seine Ruh'.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durch's morsche Dach,
Stroh gab's schon lang nicht mehr.

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört -
und wüßt' mein Herr auch, was mir fehlt
er wird nicht gern gestört.

Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal
leck ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus.

Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück,
und nie werd' ich sie los.

Was Freiheit ist, das lern' ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg' ich, warte auf den Tod,
denn dieser macht mich frei.

 

 

 

 

Im Leben kommt es nicht darauf an, wer Du bist....

Ein Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen: Hundebabys zu verkaufen.
Dieser Satz lockte Kinder an. Bald erschien ein kleiner Junge und fragte: "Für wieviel verkaufen Sie die Babys?" Der Besitzer meinte "zwischen 30 und 50 Dollar"
Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog etwas Wechselgeld heraus "Ich habe 2,37 Dollar, kann ich sie mir anschauen?"
Der Besitzer grinste und pfiff. Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie rannte den Gang seines Geschäfts hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys. Eins davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen. Sofort sah der Junge den humpelnden Kleinen. Er fragte "Was fehlt diesem kleinen Hund?" Der Mann erklärte, daß, als der Kleine geboren wurde, der Tierarzt meinte, er habe ein kaputtes Gelenk und wird für den Rest seines Lebens humpeln.
Der kleine Junge, richtig aufgeregt, meinte "den kleinen Hund möchte ich kaufen".
Der Mann antwortete "nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen. Wenn du ihn wirklich möchtest, dann schenke ich ihn dir."
Der kleine Junge war ganz durcheinander. Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen Ich gebe Ihnen jetzt die 2,37 Dollar und 50 Cents jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe."
Der Mann entgegnete: "du musst den Hund wirklich nicht bezahlen. Er wird niemals rennen, spielen und hüpfen können wie die anderen kleinen Hunde"
Der kleine Junge langte nach unten und krempelte sein Hosenbein hinauf und zum Vorschein kam sein schlimm verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange.
Er sah zu dem Mann hinauf und sagte: " naja, ich kann auch nicht so gut rennen und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat."
Der Mann biss sich auf seine Unterlippe. Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und sagte: "mein Sohn, ich hoffe und bete, daß jedes einzelne dieser Hundebabys einen Besitzer wie dich haben wird."

Im Leben kommt es nicht darauf an, wer Du bist;
sondern daß jemand Dich dafür schätzt, was Du bist, Dich akzeptiert und liebt!

 

 

 

 

Der Kampfhund


Ich bin verspielt, ich bin noch klein.
Ich hab gewartet auf einen Freund,
auf jemanden, der mich mag.
Dann kamst du - ach, wie hab ich mich gefreut!
Ich wusste nicht wie es sich fühlt - wenn Menschenhand nach einem greift!
Doch dann!!!! Es tat so weh.
Ich wusste nicht warum.
Von jetzt an deine Hände - für mich nur Schläge bedeuten.
Ich bin fertig, voller Schmerzen.
Nein, mein Schreien und Wimmern hat niemanden gestört.

Jetzt ist die Zeit sich mal zu wehren,
nach deinen Händen mal zu beissen.
Doch es wird schlimmer und geht weiter,
Schlag für Schlag und Tag für Tag.
Ich habe Durst und Hunger.
Ja, du mein Herrchen gibst mir was.
Es schmeckt nicht gut,
doch was soll ich machen?
Es ist halt Blut!!!!!!!!

Ich wachs heran und wachs heran,
Schläge sind Routine! Doch dann....

Ein Kalb man mir zu Füßen legt,
mich dazu zwingt und mit der Stange schlägt!

Ach! Das will das Herrchen nun von mir!
Zerfetzen soll ich nun das Tier!

Ich hoff' oh Herrchen, das ist gut!?
Doch du, du hast nur noch mehr Wut!
Zerrst mich herbei
und noch so einen wie mich.

Ein Freund?
Nein! Den kenn' ich nicht.
Oh ja mein Herrchen, den zerfetze ich auch für dich!

Ich dachte Gutes wäre nun vollbracht.
Das Töten hast du mir beigebracht!!!

Meine Seele ist auf ewig nun zerstört
und es gibt keinen, der mein Wimmern hat gehört.
Was heute ich - bist morgen du!

Schreit es hinaus in die ganze Welt!
Nur ein gutes Herrchen, auch ein gutes Tier erhält!!!

Einen Kampfhund gibt es nicht,
der ist von Menschenhand gemacht!
Drum gebt auf eure Hunde acht!
Denkt mal darüber nach

 

 

 

 

So.....mehr gibt es nicht........ich muss jedes Mal heulen wie verrückt wenn ich so was schriebe und lese